Knell besucht Sägewerk Ruhlandt: „Urbane Arroganz schadet dem ländlichen Raum!“

29. August 2019

Die FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell (Schwalm-Eder-Kreis) hat gemeinsam mit örtlichen FDPlern und Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard die Ruhlandt Holz GmbH & Co. KG in  Wanfried-Heldra besucht. Das Sägewerk Ruhlandt ist ein Familienbetrieb in vierter Generation, beschäftigt sieben Mitarbeiter und steht derzeit vor großen Problemen. Während der Betrieb seit Alters her sein Holz aus den umliegenden Wäldern auf kurzen und ökologisch sinnvollen Weg bezogen hat, soll das bald nicht mehr möglich sein. Hintergrund ist die Flächenstilllegungskampagne der Hessischen Landesregierung. „Auf drei Seiten rund um Wanfried werden knapp 900 ha bester Wirtschaftswald aus der Nutzung genommen“, bestätigt Bürgermeister Gebhard. Die Flächen um Wanfried und Weißenborn stellen 17 % der gesamten 3.Tranche des Stilllegungsverfahrens dar – eine hohe Konzentration auf sehr kleinen Raum.

Abgesehen von der Maßnahme als solcher zeigten sowohl Gebhard als auch Sägewerkbetreiber Lars Ruhlandt kein Verständnis dafür, dass sie von der Sache erst erfuhren, als die Weichen schon gestellt waren. „Uns hat im Vorfeld niemand gefragt, welche Auswirkungen diese Stilllegungen für uns als Unternehmen und Arbeitgeber haben“, erklärt Lars Ruhlandt. „Wir würden den Standort gerne noch ausbauen, können aber angesichts dieser schwarz-grünen Politik nicht planen“, so Ruhlandt, der erst im vergangenen Jahr rund 150.000 Euro in den Betrieb investiert hatte. Auch Gebhard kritisierte, dass zwar alle möglichen Umweltverbände, zum Teil aus Ballungsräumen, um Stellungnahme gebeten wurden und somit im Verfahren beteiligt worden waren, die örtlich Agierenden, aber auch die betroffenen Kommunen außen vorblieben.

„Hinzu kommt, dass kaum noch das benötigte Buchenwertholz durch Hessenforst eingeschlagen wird, weil aufgrund der Trockenheit, des Käferbefalls und anderer Erkrankungen der Bäume nur noch Kalamitätenholz auf dem Markt verfügbar ist“, erklärte Ruhlandt weiter. Dieses Wertholz benötige er aber für viele seiner Kunden.

„Das ganze Verfahren hier in Wanfried ist ein Musterbeispiel für die urbane Arroganz, mit der die von den Grünen geleiteten Ministerien mit dem ländlichen Raum umgehen“, stellte Knell fest. Sie ist nicht nur Sprecherin der FDP-Fraktion für den ländlichen Raum, Umwelt, Jagd und Forst, sondern auch Betreuungsabgeordnete für den Werra-Meißner-Kreis. „Ein Familienbetrieb muss jetzt sein Holz über lange Wege transportieren lassen, obwohl der Wald unmittelbar vor der Haustür ist. Umweltfreundlich ist das nicht“, bedauerte die Abgeordnete.

„Wenn die Umweltministerin in ihren Planungsverfahren nur noch ihre eigenen Lobbyisten beteiligt, so stehen die Antworten bereits im Vorfeld fest. Diese Vorgehensweise schadet dem Landesvermögen und vernichtet Sachwerte in Millionenhöhe. Ferner werden kommunale Interessen komplett ignoriert. Ich werde weiter dafür kämpfen, dass hier eine Rückkehr zur nachhaltigen Forstwirtschaft und objektiven Beteiligungsverfahren vorgenommen wird“, versprach Knell.

Bürgermeister Gebhard und das Ehepaar Ruhlandt bedankten sich bei Knell für den Besuch und das Interesse.