FDP zum 1. Mal in Nieste

Werra-Meißner KreisWindkraft2. Oktober 2018

FDP zum 1. Mal in Nieste

Mobilität, Logistik und Windkraft waren Themen des Abend

Nieste. Als kleine Besonderheit stellte sich die Einladung der FDP Werra-Meißner vergangene Woche nach Nieste heraus. Zum 1. Mal fand dort nämlich eine FDP-Veranstaltung statt. So begrüßte Michael Göbel, Landtagskandidat für den Wahlkreis 9 und Kreisschatzmeister der FDP Werra-Meißner, als Gastgeber zwei in ihrem Fach versierte Experten im Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde Nieste: Dr. Detlef Ahlborn und Jürgen Lenders.

Dr. Detlef Ahlborn, stellvertretender Kreisvorsitzender und 2. Vorsitzender der Bundesinitiative Vernunftkraft, stieg zu Beginn in das Thema Windkraft ein. „Die Windkraft ist durchaus charmant. Und wir haben auch kein qualitatives Problem damit, sondern ein Quantitatives“, stieg der Diplom-Ingenieur in den Kern seines Vortrags ein. Der Deutsche Stromverbrauch sei einfach viel zu hoch, um für die Größe des Landes auf Wind- bzw. Solarenergie umzusteigen: „Wir müssten alle freien Flächen des Land mit Windrädern und Solarzellen bebauen, um unseren Verbrauch zu decken.“ Das sei für ihn natürlich vollkommen unvorstellbar. Auch die Idee mit Hilfe von Pumpspeicherkraftwerken die erzeugte Energie zu speichern, sei in der Realität nicht umzusetzen: „Wenn ich kurz überschlage, bräuchten wir allein für Hessen rund 80 Ederseen.“ Damit steht er ganz klar hinter der Kampagne der Partei: „Vernunft statt Ideologie. Baustopp für Windräder.“

Als Ehrengast durfte Göbel den parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Hessischer Landtag Jürgen Lenders begrüßen. Als Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landentwicklung im Hessischen Landtag war Lenders Themenschwerpunkt des abends die Logistik in Nordhessen. „Wir sehen in vielen Bereichen die Möglichkeit als Vorreiter in die Zukunft in Sachen Logistik und Mobilität zu gehen“, ist sich Lenders sicher und brachte einen informativen Impulsvortrag mit neuen Ansätze und Ideen mit nach Nieste. „Die Transportdrohnen-Technik steht in den Startlöchern, aber es gibt kaum Möglichkeit in den realen Versuch zu gehen, warum können wir den Flughafen Kassel Calden nicht als Versuchsstandort einrichten?“, stellt Lenders die Frage in den Raum. Damit können man Calden als Logistikstandort festigen. Dazu passten auch seine Aufführungen im Bereich Mobilität. „In den vergangenen zwei Jahren war es der Landesregierung nicht möglich alle Mittel für den Straßenverkehr abzurufen“, berichtet der FDPler aus Wiesbaden. In den vergangenen fünf Jahren, sei nicht mal eine Straße neu gebaut wurden: „Es wurde gerade mal etwas Farbe auf die Straßen geschmiert – von einer grundhaften Sanierung ist man weiter entfernt.“ Als Vorschlag, für den Einsatz der freien Gelder, schlug Lenders den Bau einer Nord-Umgehung Kassels vor. „So könnte man Kassel Calden anbinden und den Standort stärken. Das macht auch Volkswirtschaftlich Sinn,“ beendet Lenders seinen Impulsvortrag und den Abend in Nieste.